Die Clubkinder verteilen Essen

10. Juni 2020   Felicia Brandt
Corona  

Seit 2011 hat der Verein clubkinder e.V. es sich zur Aufgabe gemacht, mit heute schon über 1000 Ehrenämtern soziale Projekte zu unterstützen oder selber auf die Beine zu stellen.

Als der Lockdown in Deutschland begann, traf dies natürlich einen Großteil der Bevölkerung. Jedoch gerade für obdachlose Personen war die Anfangszeit schwer. Nachtunterkünfte, Suppenküchen oder soziale Einrichtungen mussten schließen und ließen eine Lücke in der Versorgung vieler Menschen, die auf der Straße leben.

Durch eine Spende eines Hamburger Tabakkonzerns konnten im April bis zu 250 Obdachlose in Hotels untergebracht werden. Die Organisationen Hinz & Kunzt und Alimaus kümmern sich hierbei mit der Diakonie Hamburg um die Unterbringung der Menschen und stellen Sozialarbeiter*innen bereit, die sich für einen reibungslosen Ablauf vor Ort einsetzen.

Um alle in den Hotels mit einer warmen Mahlzeit zu versorgen, hat sich die Initiative „Deintopf“ gegründet. Sie ist eine Zusammenarbeit von mehreren Organisationen Hamburgs, die täglich dafür sorgen, dass alle, die gerade von der Pandemie stark getroffen sind, trotzdem mit einer warmen Mahlzeit und Hygieneartikeln versorgt sind. Der gemeinnützige clubkinder e.V. kümmert sich hierbei um die Auslieferung des Essens und fährt verschiedene Standorte in Hamburg ab.

Larissa von den clubkindern erzählt uns, wie sie versuchen, diese Situation zu meistern und wie gerade der Alltag in den Hotels aussieht, in denen einige auf der Straße lebende Menschen unterkommen konnten.

Foto: Julia Schwendner // https://www.facebook.com/thisisjuliaphotography/

Hi Larissa, wenn du magst, stell dich gerne einmal deinen Leser*innen vor und erzähl, wie du die clubkinder beschreiben würdest.

Hallo Feli, ich bin seit 1 ½ Jahren beim clubkinder Verein und bin Teil des Spendenzwecks Jugend & Sport. Insgesamt haben wir sechs Spendenzwecke: Jugend & Sport, Erziehung & Bildung, Kunst & Kultur, Geflüchtete & Integration, Alte & Coole und zu guter Letzt Tier & Umweltschutz. Wir versuchen an allen Ecken und Enden zu helfen und sind bunt und kreativ so wie die Charaktere im Verein.

Erzähl uns mal von dem gegenwärtigen Alltag, wie läuft so eine Essensauslieferung ab?

Für mich konkret sieht er ein bisschen anders aus. Die meisten clubkinder sind zu Fuß unterwegs und stehen an den verschiedenen Hotels bereit, um Essen auszugeben. Ich übernehme die Wochenendauslieferungen. Mit unserem Transporter bei mir um die Ecke fahre ich zur Turnerstraße –  da ist die Initiative “Deintopf”.  Ein super Verein mit tollen Menschen! Danach fahre ich weiter zur ersten Station, dem Bedpark. Unsere clubkinder nehmen das Essen entgegen, teilen es gemeinsam mit einem Lächeln (natürlich unter der Maske) aus und um 14.15 Uhr geht’s dann zum Hotel an der Bille. Zeit für einen kurzen Schnack mit Hotelbewohner*innen bleibt natürlich auch immer. Wenn Essen übrig bleibt, kommt es zurück in die Turnerstraße. Mein Einsatz dauert immer so gute zwei Stunden und da hat man seinen Wochenendrhythmus etwas daran angepasst.

Wie würdest du die Situation in den verschiedenen Hotels beschreiben?

Ganz unterschiedlich von Hotel zu Hotel. Im Bedpark zum Beispiel ist es oft sehr informativ, da einige der Hinz & Kunzt Zeitungsverkäufer*innen dort untergebracht sind. Da bekommt man immer die aktuellsten News. Im Hof gab es eine schöne Gartenaktion, es wurden gemeinsam Blumen gepflanzt, das kam auf jeden Fall gut an. Außerdem bekommt man viel Dankbarkeit entgegengebracht für die Essensversorgung. Beim Hotel an der Bille ist es auch immer nett. Man hat schöne Gespräche und auch hier gibt es viel Anerkennung für unsere Arbeit. Was ich noch wichtig finde: Am Wochenende mittags bringen wir das Essen. Unter der Woche fährt der Koala e.V. das Essen aus, das „Alte Mädchen“, ein Lokal in der Schanze, hat bis Juni abends immer noch leckere Stullen vorbei gebracht.

Thema Corona, wie bereitet ihr euch vor, wenn ihr Essen austeilt?

Wir desinfizieren uns immer die Hände. Direkt beim ins Auto steigen starten wir damit und tragen dazu noch Handschuhe, die wir häufiger wechseln müssen. Und natürlich tragen wir immer eine Mund- und Nasenmaske und geben auch Masken an die Hotels aus, damit sich alle gut schützen können.

Seit April sind nun Menschen in verschiedenen Hotels untergebracht. Kannst du sagen, wie lange die Unterbringung in Hotels noch möglich sein wird? Gibt es schon Anschlusspläne an die Hotel-Corona-Zeit?

Wir planen da tatsächlich nicht mit. Die Sozialarbeiter*innen von Hinz & Kunzt und der Diakonie kümmern sich um die Unterbringung. Man bekommt trotzdem so einiges mit. Zum Beispiel haben zwei Personen nun eine Wohnung gefunden und konnten aus den Hotels ausziehen – in ihr eigenes Zuhause. Das sind immer tolle Nachrichten.

Zum Punkt Anschlusspläne: Wir helfen immer da, wo Hilfe gebraucht wird und versuchen immer schnell und kreativ zu handeln. Unser Sonnenscheincafé kümmert sich weiterhin mit gesunden Carepaketen um obdachlose Menschen, der Duschbus GoBanyo von unseren Partnern und uns rollt wieder und sobald es wieder möglich und vertretbar ist, werden wir wie vor Corona immer Sonntags in der Mathilde Bar sein.

Und nun? Was können wir tun? Spenden oder mithelfen?

Gute Frage! Alle, die Lust haben können mitmachen. Helfende Hände haben wir immer gerne, spendende auch. Jede*r kann sagen, was er*sie gut kann und dann schauen wir wo er*sie reinpasst und am besten mitwirken kann.

Hast du noch etwas, was du unseren Leser*innen zu dem Thema sagen möchtest?

Diese Zeit war sehr prägend, das Mitarbeiten war toll und ich hatte schöne Begegnungen. Dabei merkt man nochmal die Diversität von vielen verschiedenen Menschen, wie bereichernd das sein kann und, dass niemand in eine Schublade gehört.


Quellen:
https://bit.ly/3eoWKZD

https://bit.ly/2yAJW31

Willkommen im Club, Kinder!