In unserer neuen Serie „KI im echten Leben“ lernen wir in den kommenden Wochen verschiedene Menschen kennen, die uns erzählen, wie sie selber mit KI umgehen, wie es ihren Alltag privat und im Beruf beeinflusst und wie sie mit dem Gedanken an die Zukunft darauf blicken. Los geht es mit Hannes, einem 49-jährigen, alleinerziehenden Vater und Angestelltem in der Immobilienwirtschaft.
Für Hannes ist Künstliche Intelligenz vor allem eines: ein praktisches Werkzeug. Der 49-Jährige arbeitet in der Immobilienwirtschaft und nutzt im Beruf ausschließlich ChatGPT – allerdings bislang ziemlich gezielt. Vor allem beim Schreiben hilft ihm die KI. E-Mails und Briefe formulieren, Texte überarbeiten oder aus einer Sprachnachricht einen vernünftigen Text machen: Dafür greift Hannes inzwischen ganz selbstverständlich auf ChatGPT zurück. 5 von 10 Punkten gibt er der KI deshalb als Hilfe für sein Berufsleben. Mehr Einsatzmöglichkeiten haben sich für ihn bisher noch nicht ergeben.
Früher hätte Hannes bei einer Frage vermutlich Google geöffnet. Heute fragt er zunächst ChatGPT. Wenn er beispielsweise wissen möchte, welche „Lost Places“ es gibt, lässt er sich von der KI Vorschläge machen – und überprüft die interessantesten anschließend noch einmal über Google. Ganz ersetzt hat ChatGPT die klassische Suche also nicht. Hannes erlebt die Antworten der KI manchmal als ungenau oder stößt auf Grenzen, wenn ChatGPT bestimmte Informationen nicht herausgeben möchte. Aber die Reihenfolge hat sich verändert: Erst ChatGPT, dann Google.
Viel größer als die Sorge um seinen eigenen Arbeitsplatz ist für Hannes allerdings die Sorge darüber, was KI gesellschaftlich und technisch anrichten könnte. Dass KI ihm persönlich den Job wegnimmt, glaubt er nicht. Beunruhigend findet er vielmehr, dass immer mehr Bereiche von digitalen und KI-gesteuerten Systemen abhängig werden könnten.
Seine Angst richtet sich deshalb weniger gegen die KI selbst als gegen diejenigen, die sie missbrauchen könnten: Hacker, Kriminelle oder Staaten, die digitale Systeme angreifen. Flugzeugnavigation, Energieversorgung oder andere kritische Infrastrukturen – wenn dort KI und vernetzte Technik eine immer größere Rolle spielen, könnten die Folgen eines Angriffs enorm sein.
Seine persönliche Bilanz fällt deshalb zwiespältig aus: Im Kleinen ist KI für Hannes eine nützliche Alltagshilfe. Im Großen macht sie ihm durchaus Sorgen.
KI-Nutzen im Alltag: 5/10
Sorge mit Blick auf die Zukunft: 8/10
Photo-Quelle: Igor Savalev, www.unsplash.com