Diese Frage klingt harmlos. Smalltalk-tauglich. Eine dieser Fragen, die man Anfang Januar stellt, wenn der Alltag langsam wieder anrollt. Und doch steckt für viele Familien und besonders Alleinerziehende darin so viel mehr, als man in ein paar Sätzen beantworten kann.
Weihnachten – das ist für Familien ohnehin eine Hochleistungsphase. Schon Wochen vorher stapeln sich die Termine: Adventsbasteln in der Kita, Weihnachtsfeier in der Schule, Auftritte im Sportverein. Alles gleichzeitig, alles wichtig, alles bitte mit Anwesenheit.
Und als wäre das nicht genug, ist diese Zeit für viele von uns auch beruflich die stressigste im Jahr. Jahresabschlüsse, Urlaubsvertretungen, hoher Krankenstand, Deadlines vor den Feiertagen. Privatleben und Beruf krachen frontal aufeinander – und irgendwo dazwischen versuchen wir „besinnlich“ zu sein.
Denn die Erwartungen sind hoch. Sehr hoch. Es soll gemütlich sein. Warm. Ja, magisch. Kekse müssen gebacken werden (am besten selbst, versteht sich). Der Wichtel zieht ein – mit kleinen Streichen und noch kleineren Briefen, aber großer Vorfreude bei den Kindern. Der Adventskalender ist bitte nicht gekauft, sondern kreativ, nachhaltig und liebevoll, individuell gestaltet.
Und all das bitte nebenbei, nach der Arbeit, zwischen Abwasch und Brotdosen.
Für einige, besonders Alleinerziehende, kommt noch eine weitere Ebene dazu: der finanzielle Druck.
Geschenke müssen besorgt werden – und sie sollen mithalten können. Mit dem, was andere Kinder erzählen, was auf dem Schulhof verglichen wird und mit dem unausgesprochenen Anspruch, dass das eigene Kind bitte nicht das Gefühl haben soll, weniger zu bekommen. Das schlechte Gewissen fährt dabei oft mit. Auch dann, wenn man eigentlich weiß, dass Liebe nicht im Geschenkpapier steckt.
Und dann ist da diese andere Seite von Weihnachten, über die wenig gesprochen wird:
Diese Zeit ist für viele Alleinerziehende die einsamste Zeit des Jahres. Gerade dann, wenn keine Familie in der Nähe ist. Während andere sich im großen oder kleinen Kreis treffen, mehrere Tage zusammen verbringen, Zuständigkeiten teilen („Ich mach den Nachtisch“, „Kannst du die Kinder kurz nehmen?“), ist man selbst oft tagelang allein mit den Kindern. Ohne Pause. Ohne Wechsel. Und während für die Kinder Geschenke unter dem Baum liegen, liegt für einen selbst dort oft: nichts. Kein kleines Päckchen, kein Zettel, kein „Ich hab auch an dich gedacht“. Das tut weh. Auch wenn man stark ist. Wenn man es gewohnt ist. Und auch wenn man weiß, dass man es „für die Kinder“ macht.
Was wir füreinander tun können
Wenn ihr Alleinerziehende im Freundes-, Nachbarschafts- oder Kolleg:innenkreis habt: Nehmt die Kinder doch mal mit ins Theater, ins Kino, zum Schlittschuhlaufen. Das ist für die Kinder ein Highlight – und für die alleinerziehende Person eine echte Entlastung. Und legt der Mutter oder dem Vater etwas Kleines unter den Baum, eine Karte eine Kerze, eine Tafel Schokolade. Es geht nicht um den Wert, sondern um das Gesehenwerden.
Und an alle Alleinerziehenden
Ihr müsst da nicht allein durch. Auch wenn es sich oft so anfühlt. Tut euch zusammen. Verabredet euch. Feiert gemeinsam. Oder schließt euch Organisationen an, die genau dafür da sind. Zum Beispiel Mehr Zusammen e.V. in Hamburg, die gemeinsame Feste für Menschen organisieren, die sonst allein wären. Gemeinschaft darf man sich holen – das ist keine Schwäche, sondern Selbstfürsorge.
Also, wenn euch nach den Feiertagen jemand fragt: „Und wie waren die Feiertage bei euch so?“ Dann darf die Antwort ehrlich sein. Leise. Oder auch laut. Denn hinter dieser Frage steckt manchmal eine ganz unerwartete Geschichte.
Du möchtest mehr über Organisationen und Initiativen für Alleinerziehende erfahren und wertvolle Tipps bekommen, hier findest du mehr.
Mehr Beiträge rund um die Themen Kinder und Familie kannst du hier finden.
Wenn es draußen stürmt, regnet oder einfach nur ungemütlich ist, wird es drinnen umso gemütlicher – mit Kakao, Kuscheldecke und einem richtig guten Spiel. Für alle Familien, die auf der Suche nach neuen Brettspielen für trübe Nachmittage sind, haben wir drei Favoriten zusammengestellt, die nicht nur Kindern Spaß machen.
🐛 Da ist der Wurm drin (ab ca. 3 Jahren für 2–4 Spieler*innen)
Ein Highlight schon für kleinere Kinder – und alle, die beim Spielen auch mal kichern dürfen. Bei diesem Laufspiel schlängeln sich lange, bunte Holzwürmer durch den Garten. Das Besondere: Die Würmer „wachsen“ durch das Einsetzen farbiger Körperteile, die per Würfel bestimmt werden. Wer als Erster mit dem Kopf durch das Blumenbeet lugt, gewinnt! Einfache Regeln, tolles Material und ein riesiger Spaßfaktor für Kinder ab 3 Jahren.
🐲 Dragomino (ab 4-5 Jahren, 2–4 Spieler*innen)
Wer Domino kennt, wird Dragomino lieben. In diesem kinderfreundlichen Ableger des Strategiespiels „Kingdomino“ reisen wir in die Welt der Drachenbabys. Plättchen werden aneinandergelegt, und wo Landschaften zusammenpassen, dürfen Drachen-Eier gesammelt werden. Mit etwas Glück schlüpfen die süßen Baby-Drachen sofort – oder eben nicht. Ein ideales Einsteigerspiel mit Glücks- und Taktikelementen.
🧙 Zauberberg (ab 4-5 Jahren, 1–4 Spieler*innen)
Ein kooperatives Kugelbahnspiel mit Spass-Effekt. Leuchtende Murmeln (die „magischen Irrlichter“) rollen einen Berghang hinunter und lotsen kleine Zauberlehrlinge in Richtung Tal – hoffentlich vor den bösen Hexen. Alle spielen zusammen gegen das Spiel und tüfteln gemeinsam, welche Murmel als nächstes ihren Weg bahnt. Spannend, schön gestaltet und auch für ältere Geschwister reizvoll.
Fazit: Alle drei Spiele bringen Farbe, Bewegung und jede Menge Lachen ins Wohnzimmer – perfekt für dunkle Herbstnachmittage. Wer Lust hat, kann sie sich im lokalen Spielwarenladen oder in der Hamburger Bücherhalle (viele Spiele dort ausleihbar!) einmal anschauen.
Und falls ihr Ideen für unterwegs sucht, findet ihr hier Tipps für den Herbst mit Kindern.
Foto von Andrey Metelev auf Unsplash
Der Herbst ist eine wunderbare Zeit, um mit Kindern draußen unterwegs zu sein – bunte Blätter, frische Luft und viele Möglichkeiten, die Jahreszeit bewusst zu erleben. Aber auch drinnen gibt es tolle Ideen, wenn es schon kälter oder regnerisch wird. Hier sind 5 Dinge, die man im Herbst in Hamburg mit Kindern machen kann:
🍎 Äpfel pflücken
Das geht zum Beispiel im Alten Land beim Herzapfelhof Lühs oder im Norden beim Hof Lienau und danach geniesst man den ersten warmen Apfelkuchen mit Kakao auf dem Sofa.
🍳 Ausschlafen und lecker brunchen
Bei Emilia’s Familiencafé und dem Café Termoli bekommt ihr Brunch während die Kids in den tollen Kinderecken spielen.
🌰 Kastanien sammeln (und damit basteln oder für die Tiere spenden)
Die ersten Kastanien fallen schon und leuchten in glänzendem Rotbraun zwischen den Blättern hervor. In vielen Parks kann man sie sammeln und im Anschluss kann man diese zum Beispiel zum Basteln verwenden oder an Wildparks wie dem Wildpark Schwarze Berge oder Wildgehege Kövensteen spenden.
🏴☠️ Bouldern gehen
Wie wäre es die ersten kalten Tage mal Bouldern zu gehen? Tolle Kinderbereiche haben das Flashh Boulderspot, Urban Apes Hamburg-West oder die Boulderwelt Hamburg.
🎃 Die Vorbereitungen laufen schon und bald gibt’s wieder Kürbisse, zum Beispiel im Süden beim Hof Bartels, im Osten beim Kürbisparadies Adolf im oder im Norden beim Enten- und Spargelparadies.

Noch nicht das richtige dabei? Hier gibt es noch mehr Ideen für Aktivitäten mit Kindern in Hamburg.
Künstliche Intelligenz (KI) ist auf dem Vormarsch – und nicht ohne Grund. Sie kann Texte schreiben, Bilder generieren, Informationen blitzschnell analysieren und sogar bei kreativen Prozessen helfen. Doch so faszinierend die Technologie auch ist: KI gehört kritisch begleitet. Datenschutz, Urheberrechte, ethische Fragen und Abhängigkeiten sind reale Themen, die nicht übersehen werden dürfen – besonders, wenn Kinder involviert sind.
Trotzdem gilt: Wenn klug eingesetzt, kann KI den Familienalltag enorm erleichtern. Hier sind drei ganz konkrete Ideen, wie Familien heute schon mit wenigen Klicks Zeit, Geld und Nerven sparen – oder einfach Spaß haben können.
Prompt an die KI:
„Bitte erstelle einen Essensplan für Abendessen für eine Familie mit zwei Kindern. Die Rezepte sollen nicht länger als 20 Minuten in der Zubereitung dauern und unbedingt Brokkoli, Aubergine und Karotten meiden. Gern gegessen werden Champignons, Spinat, Gurke, Blumenkohl, Mais, Kartoffeln und Paprika. Bitte suche außerdem raus, in welchem Supermarkt die Zutaten in Bio derzeit am günstigsten sind. Schaue nach Lidl, Aldi, Alnatura und Rewe.“
Ergebnis in Kurzfassung:
Die KI erstellt einen 7-tägigen Essensplan mit abwechslungsreichen Rezepten (z. B. Blumenkohl-Curry mit Reis, Spinat-Kartoffel-Pfanne, Paprika-Mais-Tortillas) – alle unter 20 Minuten Zubereitungszeit, familienfreundlich und ohne die unerwünschten Zutaten. Zusätzlich generiert sie eine strukturierte Einkaufsliste, gruppiert nach Produktkategorien – und zeigt (wenn aktiviert) die günstigsten Bio-Angebote bei Discountern & Biomärkten im Vergleich.
Prompt an die KI:
„Suche mir drei Ferienhöfe für Familien im Umkreis von Hamburg, die maximal drei Stunden entfernt sind. Es sollte noch Verfügbarkeiten im August oder September geben, nicht mehr als 150 Euro pro Nacht kosten und mindestens 4.5 Sterne bei Google Bewertungen haben.“
Ergebnis in Kurzfassung:
Die KI schlägt z. B. folgende familienfreundliche Reiseziele vor:
Ferienhof Baustrup, Mohrkirch
Ferienhof Wübbold, Rieste
Ferienhof Störwiese, Arpsdorf
Alle Vorschläge sind mit Google-Bewertungen und Preisangaben versehen. Ideal für spontane Ausflüge oder Wochenendreisen mit Kindern – ohne lange Recherche.
Prompt an die KI:
„Erstelle eine Malvorlage für ein Kind, das das Weltall und liebe Monster liebt. Es ist ein Junge, der selber in der Malvorlage vorkommen soll, die in Form eines vierteiligen Comics aufgebaut sein soll. Der Junge hat außer seinen Monster-Freunden auch zwei Menschenfreunde – ein Mädchen und einen Jungen – dabei.“
Ergebnis in Kurzfassung:
Die KI generiert eine vierteilige Comic-Malvorlage in Schwarz-Weiß zum Ausmalen:

Die Malvorlage lässt sich als PDF exportieren und ausdrucken – ein tolles, individuelles Kreativprojekt.
Auch wenn KI viele nützliche und kreative Dinge kann: Persönliche Fotos oder Bilder von Kindern oder anderen Personen sollten niemals in eine KI hochgeladen werden. Viele Anwendungen speichern oder analysieren die Daten dauerhaft – und ein kontrollierter Umgang ist dann kaum noch möglich.
Die KI ist außerdem nicht allwissend und macht auch Fehler. Daher grade Angaben wie Adressen, Daten und ähnliches immer noch mal gegenchecken.
Der beste Umgang mit KI ist ein bewusster: neugierig, aber kritisch. Praktisch, aber datensensibel.
Du sucht noch mehr Tipps für Familien in Hamburg? Schau doch mal hier vorbei.
Und noch mehr Tipps für Künstliche Intelligenz im Alltag gibt es hier.
Die Hamburger Innenstadt ist für viele eine der schönsten Ecken Hamburgs. Egal, ob Jungfernstieg oder Rathausmarkt – hier gibt es viel zu sehen und natürlich shoppen, schlemmen und schlendern. Aber zugegeben, für Kinder und Familien gibt es hier nicht viele Ecken, wo man mal eine Pause einlegen kann.
Wir haben für unsere Serie „In Hamburg und Drumherum“ genau hingesehen und stellen euch drei Familien-Oasen inmitten der trubeligen Innenstadt vor.
Direkt am Steintorplatz gelegen, bietet das MK&G mit dem „Freiraum“ einen offenen Projektraum, der während der Öffnungszeiten des Museums kostenfrei zugänglich ist. Dieser Raum lädt zum Verweilen, Lesen und Diskutieren ein und ist besonders familienfreundlich gestaltet. Kinder können hier in entspannter Atmosphäre eine Pause einlegen, während Eltern sich ebenfalls erholen oder mit anderen Besuchern ins Gespräch kommen. Mitgebrachte Snacks sind erlaubt, was den Freiraum zu einem idealen Ort für eine kurze Rast macht.

Nur wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt befindet sich die Zentralbibliothek der Bücherhallen Hamburg. Ein Highlight für Familien ist die großzügige Kinderbibliothek (Kibi), die auf 740 Quadratmetern rund 65.000 Medien bereithält. Neben einer Vielzahl an Büchern und Hörspielen gibt es gemütliche Leseecken, einen kleinen Spielbereich und regelmäßig stattfindende Veranstaltungen wie Lesungen und Workshops. Der Eintritt ist frei, und Kinder können sich hier spielerisch mit Literatur und Medien beschäftigen.

Im Herzen der Innenstadt, direkt am Jungfernstieg, bietet die Rossmann-Filiale einen kleinen, aber feinen Familienbereich. Hier finden Eltern einen Wickeltisch und eine Spielmöglichkeit für Kinder, was den Einkauf oder einen Stadtbummel mit einer kurzen, kinderfreundlichen Pause verbindet. Natürlich sind auch preiswerte Snacks und Getränke hier zu bekommen. Obwohl es sich um eine Drogerie handelt, ist dieser Bereich speziell auf die Bedürfnisse von Familien ausgerichtet und kostenfrei nutzbar.

Diese drei Orte bieten ideale Möglichkeiten für eine entspannte Pause mit Kindern in der Hamburger Innenstadt – ganz ohne Eintrittskosten. Ob kulturell im Museum, literarisch in der Bibliothek oder praktisch beim Einkaufen – hier finden Familien passende Rückzugsorte für zwischendurch.
Noch mehr Tipps für Familien „in Hamburg und Drumherum“ findet ihr hier.
Es muss nicht immer Hamburg sein. Diesmal nimmt euch unsere Serie „In Hamburg und Drumherum“ mit und zeigt euch vier Orte, die sich perfekt für einen Tagesausflug im Sommer eignen – und dabei nicht einmal viel Geld kosten.
Das Kliemannsland in Elsdorf ist wie ein kreativer Abenteuerspielplatz für alle Altersgruppen. Die Mischung aus DIY-Projekten, Bauernhof, Kulturfläche und Festivalgelände bietet Workshops, Events und viel Raum zum Mitmachen. Wer handwerklich, musikalisch oder einfach neugierig ist, kann hier neue Ideen sammeln – oder sich einfach treiben lassen. Essen und Getränke gibt es im Café, so dass einem Tag hier nichts im Wege steht.

Ein echtes Highlight für Familien ist Filippos Erlebnisgarten in Blekendorf. Hier kann man nicht nur durch eine große Obstplantage schlendern, sondern auch selbst pflücken – zum Beispiel knackige Äpfel und süße Beeren. Der Garten bietet außerdem ein kleines Café, viele Spielstationen für Kinder und einen Naturlehrpfad. Ideal für alle, die Natur und Genuss verbinden wollen.

Ein Ausflug auf den Märchenwanderweg in Jesteburg ist wie ein kleiner Ausflug in eine andere Welt. Auf dem liebevoll gestalteten Rundweg begegnet man klassischen Märchenfiguren und kleinen interaktiven Stationen mitten im Wald. Besonders für Familien mit Kindern ist der rund 3 km lange Spaziergang ein märchenhaftes Erlebnis. Die zum Wanderweg passende Geschichte gibt es übrigens am Café am Beginn des Weges. Hier kann man sich anschließend auch toll mit Getränken und Kuchen versorgen.

Im Naturpark Uhlenkolk bei Mölln erwartet Besucher ein tolles Naturerlebnis mit heimischen Tieren, einem Naturerlebnispfad und einem kleinen Wildpark. Die liebevoll gestaltete Anlage eignet sich hervorragend für ruhige Spaziergänge und Naturbeobachtungen – besonders für Familien mit Kindern, die Tiere wie Wildschweine, Rehe oder Eulen aus nächster Nähe erleben möchten. Spielplätze und auch ein Kiosk mit Snacks und Getränken sind Teil des Parks.

Noch mehr Ideen für Ausflüge in und um Hamburg findet ihr hier oder auf dem Instagram-Account Hamburg with Kids unserer Autorin Kirsten Mountakis-Michalski.
Alle reden von Lohn- und unbezahlter Care-Arbeit. Aber wie sieht so ein unsichtbarer Job eigentlich aus? Ein Tag im Leben einer alleinerziehenden Mutter:
Es ist kurz vor sieben Uhr morgens, als sie die Augen aufschlägt. Ihr Sohn ist 5 Jahre alt, liegt bereits wach in seinem Bett. Der Alltag der beiden gleicht auf den ersten Blick dem Alltag von vielen Familien. Doch das Kind hat im Alter von 6 Monaten die Diagnose einer lebensgefährlichen Erkrankung erhalten, die rund um die Uhr Betreuung erfordert. Der erste Blick auf die Uhr zeigt, dass die Zeit drängt. Sie hat nur 30 Minuten, um ihren Sohn fertig zu machen, bevor sie ihn zur Kita bringen muss.
Die Mutter springt aus dem Bett, bereitet ihm schnell das Frühstück und hilft ihm, sich anzuziehen. Währenddessen klingelt das Telefon. Ein Termin für die Ergotherapie wird verschoben, ein weiterer für den nächsten Krankenhausaufenthalt bestätigt. Dazwischen muss sie noch die Überweisungen beim Kinderarzt anfordern. Der Lautsprecher des Handys ist laut gestellt. Während sie in der Warteschleife hängt, packt sie die Snackbox für den Nachmittag. Ihr Arbeitstag als Marketingmitarbeiterin beginnt offiziell erst um 9 Uhr, aber die Arbeit als Mutter hat längst eingesetzt.
Als das Kind in der Kita ist, fährt sie zur Arbeit. Im Auto dorthin startet die Mutter den zweiten und dritten Versuch den Kinderarzt zu erreichen. Die Liste von Aufgaben, die sie erledigen muss, ist lang. Doch im Büro angekommen, warten erstmal andere Anliegen. In der Mittagspause versucht sie es ein viertes Mal beim Kinderzt.
Zwischen all diesen Aufgaben bleibt kaum Zeit für sich. Ihre eigenen Arzttermine? Seit Jahren aufgeschoben. Die letzte Vorsorgeuntersuchung? Vor über zwei Jahren. An Sport oder mal einen Kino- oder Konzertbesuch ist nicht zu denken. Sie hat es schlichtweg nie geschafft. Hinzu kommt: „Wenn ich krank werde, kann niemand übernehmen“, sagt die Mutter, während sie ihr Kind nach der Kita zu einem Kindergeburtstag fährt. „Es gibt niemanden, der sich um ihn kümmert. Das ganze System ist darauf ausgelegt, dass ich immer funktioniere, egal wie es mir geht.“
Abends nach dem Abendessen ist die Mutter erschöpft. Doch der Tag ist noch nicht vorbei. Sie muss noch E-mails schreiben – an das Finanzamt, denn die warten auf Unterlagen vom Versorgungsamt. Fast 14 Monate sind seit dem Erstantrag vergangen. „Dass Behörden mal unter einander kommunizieren, ist nicht vorgesehen. Alles muss über mich laufen.“ Beim Wäscheaufhängen hört sie einen Podcast. „Das fühlt sich ein bisschen an, als würde sich etwas für mich selbst tun.“ Für eine Pause oder gar ein eigenes Leben bleibt keine Zeit.
„Es ist ein ständiger Druck“, erklärt die Mutter. „Es kommt mir so vor, dass niemand weiß, wie viel Arbeit tatsächlich dahintersteckt. Manchmal frage ich mich, wie lange ich das noch durchhalten kann. Aber ich habe gar keine andere Wahl.“
Im Gespräch wird deutlich: Sie ist nicht nur berufstätige Mutter, sondern auch Pflegekraft, Eventmanagerin, Haushaltshilfe und Verwaltungsangestellte – alles in einem. Und das auf einem Minimum an Schlaf und Unterstützung. Sie lebt in einem System, das von ihr verlangt, immer präsent und funktional zu sein. „Wir Mütter dürfen nicht ausfallen, sonst fällt alles auseinander“, sagt sie und blickt auf den Kalender. Ein neuer Tag und Termin wartet, der nächste Antrag steht an, und der Alltag geht weiter – ohne Pause, ohne Anerkennung.
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Mehr Artikel zum Thema Kinder, Familien und Lohn- und Care-Arbeit gibt es hier.
Ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt kann für die ganze Familie zu einem tollen Ausflug werden – vor allem, wenn man ein paar Dinge beachtet, um die Zeit entspannt und stressfrei zu gestalten. Hier sind drei Tipps, die den Weihnachtsmarktbesuch zu einem schönen Erlebnis machen:
🧣 Die richtige Kleidung:
Schneeanzug, dicke Mütze und Handschuhe sind ein Muss. So bleiben die Kleinen warm und können ohne Frieren die weihnachtliche Atmosphäre genießen.
🕓 Der richtige Zeitpunkt:
Am besten besucht man den Weihnachtsmarkt kurz nach Einbruch der Dunkelheit. Dann sind die Lichter schon an und die Atmosphäre magisch, aber der Markt ist noch nicht so überlaufen wie später am Abend, wenn viele Menschen Feierabend haben und die Glühweinstände einnehmen. Zwischen 16 und 18 Uhr kann man noch in Ruhe schlendern, ohne sich durch die Menschenmengen drängen zu müssen.
🎄 Der richtige Markt:
Für Familien mit kleinen Kindern bieten sich kleinere Weihnachtsmärkte an, die auf die Bedürfnisse der Jüngeren ausgerichtet sind. Hier finden sich oft Bastelstände und Karussells – perfekte Attraktionen für die Kleinen.
Der Weihnachtsmarkt an der Apostelkirche in Eimsbüttel, der Winterzauber in Wandsbek bieten eine gemütliche Atmosphäre und kindgerechte Angebote. Im Sechsundzwanzig Weingarten in St. Pauli kann man bei einem Glas Glühwein Eisstockschießen während die Kinder in der Spielecke spielen.
Zwar kein Weihnachtsmarkt, dafür ein tolles Weihnachtsangebot für Kinder findet man außerdem zum Beispiel beim Wintererlebnisdorf bei Pflanzen Kölle in Volksdorf, wo es eine kleine Rodelbahn, ein Puppentheater, eine Hüpfburg und mehr (teilweise gegen Gebühr). Auch bei Riechers Pflanzenwelt in Braak kann man an den Wochenenden vor Weihnachten beim Weihnachtsbaumkauf noch zusätzlich ein Puppentheater, Kinderschminken und den Weihnachtsmann erleben (Angebot kostenlos).
Notfall-Tipp:
Sprecht mit euren Kindern im Vorfeld ab, wo ihr euch trefft, falls ihr euch verlieren solltet. Es ist auch eine gute Idee, dass das Kind die Telefonnummer der Eltern (ohne Namen von Kind und Eltern) dabei hat und im Notfall eine erwachsene Person bitten kann, die Eltern anzurufen.
So wird der Weihnachtsmarktbesuch zu einem unvergesslichen Erlebnis für die ganze Familie!
Mehr Beiträge für Familien gibt es hier.
Ausflugstipp für alle Jahreszeiten gibt es auch auf dem Instagram-Account von Hamburg with Kids.
Ungleiche Bezahlung, Altersarmut, Mental Load und fehlende Kita-Plätze: Viel wird diskutiert über die Rolle von Frauen und Müttern in der Wirtschaft. In unserer Serie „Zwischen Care- und Lohnarbeit“ lassen wir berufstätige Mütter zu Wort kommen. Anhand von sechs Fragen erzählen sie von ihrem Wiedereinstieg in den Job, dem Alltag zwischen Care- und Lohnarbeit und wie sie mit Herausforderungen umgehen.
Ich bin 35 und lebe mit meinem Mann und unseren beiden Kindern am Rande von Hamburg. Meine Tochter ist 4,5 und mein Sohn 15 Monate. Beide sind mit 13 Monaten in die Kita gekommen. Ich arbeite im Qualitätsmanagement in der Lebensmittelindustrie und bin gerade wieder mit 20h/Woche eingestiegen. Nach meiner ersten Elternzeit habe ich auch erst 20h gearbeitet und später 25h.
Ich hab bei beiden Kindern 2 Jahre Elternzeit genommen und dann in der Elternzeit in Teilzeit wieder angefangen. So ist man einfach flexibler und hat nur Vorteile. Bei meiner Großen hatten wir erst keinen Kitaplatz, aber nach einigem herum telefonieren konnte sie noch nachrücken. Das war allerdings alles mitten im Corona-Lockdown und so fand mein Wiedereinstieg zu 100% im Home Office statt. Das war sehr schwer für mich. Viele Kollegen hatten nicht auf dem Schirm, dass ich wieder da bin, ich habe mich allein und nicht gut „mitgenommen“ gefühlt. Mir fiel es sehr schwer unter den Umständen wieder in ins Berufsleben einzusteigen. Ich hatte damals auch kurz vor meiner Schwangerschaft noch weitere Tätigkeitsbereiche dazu bekommen und es fiel mir schwer, mich an alles zu erinnern.
Vor wenigen Wochen, bei meinem zweiten Wiedereinstieg, war alles viel besser. Ich bin zu 100% vor Ort, bin super schnell wieder in alle Themen reingekommen und bis auf meine Passwörter funktioniert mein Gedächtnis auch noch sehr gut. 🙂
Die Kollegen in meiner Abteilung sind meist zwischen 6 und 16 Uhr da und in diese Zeit sollte ich meine Arbeitszeit möglichst auch legen. Ich kann auch mal von zu Hause arbeiten, mache ich aber aktuell noch nicht. Ich habe wenig feste Termine, sondern kann mir meinen Tag recht frei einteilen. Die meiste Zeit sitze ich am PC.
Ich hole die Kinder jeden Tag um 15 Uhr ab. An manchen Tagen komme ich dann direkt von der Arbeit, an manchen Tagen war ich schon kurz zu Hause. Ich versuche möglichst größere Einkäufe oder die Wäsche ohne Kinder zu schaffen. Nach der Kita begleiten mein Sohn und ich meine Tochter zu ihrem Nachmittagsprogramm (Turnen, Schwimmen, Freunde treffen) oder wir machen es uns zu dritt zuhause gemütlich, bis mein Mann pünktlich zum Abendbrot gegen 18:15 Uhr nach Hause kommt.
Wenn meine Kinder krank sind, melde ich mich meist „Kind-krank“. Da die Lohnersatzzahlungen gedeckelt sind, würde mein Mann ziemlich viel „Verlust“ machen und es lohnt sich für uns finanziell einfach nicht, wenn er zuhause bleibt. Wenn es nur einzelne Tage sind, kann ich dies auch mit Überstunden ausgleichen, aber die muss ich ja auch irgendwann ansammeln. Theoretisch könnte ich von zuhause arbeiten, da aber beide Kinder noch relativ klein sind, klappt es zuhause nicht wenn eins der Kinder da ist. Beide brauchen noch sehr viel „Betreuung“, egal ob krank oder fit.
Meine Arbeit kann in dringenden Fällen von einer Kollegin übernommen werden oder bleibt einfach liegen. Ich mache mir schon Gedanken, wenn ich nicht arbeiten kann, bin aber schon entspannter geworden. Gesundheit ist so ein wichtiges Gut!
Wir bekommen leider kaum Unterstützung von unseren Familien, insbesondere nicht, wenn Krankheiten im Haus sind. Zum Glück habe ich ein gutes Immunsystem und bin selten so krank, dass gar nichts mehr geht. Mein Mann würde sonst mehr von der Care-Arbeit übernehmen und unsere Große könnte auch nachmittags zu Freunden. Babysitter haben wir keine.
Ich möchte meine Kinder so kurz wie möglich in der Kita lassen, aber zusätzlich zur Lohnarbeit fallen ja auch noch viele Sachen, wie Einkaufen, Putzen, Gartenarbeit etc. an, was auch noch gemacht werden muss und mit den Kindern zusammen einfach nicht wirklich gut klappt. Ich muss meine neue Routine noch finden, merke aber, dass ich mit 2 Kindern und 20h arbeiten schon am Limit bin. Zeit für mich bleibt kaum.
Ich träume manchmal auch von neuen Herausforderungen, von einer Führungsposition oder sonst etwas, aber das muss definitiv noch warten.
Ich denke, es muss jede Mutter wissen, ob und wann sie wieder arbeiten möchte. Ich brauche für mich auch etwas Abwechslung vom „Mama-Alltag“, etwas was mich intellektuell fordert und etwas was ich „alleine“ machen kann. Ich bin, gerade jetzt am Anfang, froh, wieder im alten Job zu sein und nichts neues machen zu müssen. Ich kenne alles, bin gefordert, aber nicht überfordert.
Ich genieße es wieder zu arbeiten und ich genieße es Mutter zu sein. Teilzeitarbeit ist für mich das perfekte Modell.
Du hast Lust, an der Interview-Reihe teilzunehmen, schreib mir gern hier eine Nachricht.
Hier findest du mehr Beiträge rund um die Themen Familie und Kinder.
Die Ferien stehen vor der Tür und mit ihnen geht es für die ein oder andere Familie auch in den Urlaub. Egal, ob Auto, Bahn oder Flieger – Reisen bedeuten auch oft, dass man lange unterwegs ist und das kann für und mit Kind schon mal zur Herausforderung werden. Kirsten Mountakis -alleinerziehende Mutter und oft mit Kind unterwegs- teilt ihre Erfahrungen. Diese Tipps machen Reisen mit Kind leichter.
🙌🏻 Zunächst gilt für mich in besonderen Situationen immer die Regel: Erlaubt ist, was funktioniert. Ich sage also „ja“ zu nahezu allem, was nicht verboten ist. Dazu gehört Rumrennen, Essen worauf das Kind Lust hat und die Zeitschrift mit dem Plastikspielzeug. Denn es muss noch viel gewartet und gesessen werden. Da spar ich mir das „nein“ lieber auf.
🧳 Für die Gepäckaufgabe bitte ich meistens die Person, die uns gebracht hat, noch eine Weile das Kind zu beschäftigen, während ich anstehe. Der Flughafen Hamburg hat dafür sogar einige Spielbereiche. Bei mehreren Erwachsenen kann man sich gut aufteilen, denn nur am Schalter müssen alle Reisenden anwesend sein. Wer allein unterwegs ist, sollte sich nicht scheuen, andere Reisende nach Hilfe zu fragen.
🎒 Ich packe grundsätzlich nur einen grossen Wanderrucksack mit vielen Fächern für das Handgepäck und den verstaue ich unter dem Vordersitz vom Kind, da er den Platz für die Beine nicht braucht. In meiner Erfahrung endet es bei mehr als einer Tasche immer mit Suchen, was besonders nervt, wenn das was man braucht in den Fächern über einem ist.
👮🏻♀️ Alles, was an der Sicherheitskontrolle raus muss (Flüssigkeiten, Elektrogeräte etc.) tue ich zusammen in ein Fach und sortiere es erst danach dort ein, wo ich es haben will. Den Buggy nehme ich im Flughafen noch mit und gebe ihn erst am Flieger ab. Übrigens kann man bei den meisten Airlines Kindersitze und -wagen auch kostenlos als Gepäck mit abgeben.
⏰ Wir steigen immer als (fast) Letztes ein. Auch wenn Familien Vorfahrt haben, ist nichts nerviger als ewig im Flieger sitzen zu müssen bevor es endlich losgeht.
📱 Im Flugzeug war für uns ein Kulturbeutel mit Haken der Hit. Ich hatte einige Mini-Spiele, Stifte und ein bisschen Naschkram drin. Kaubonbons und Nasenspray können außerdem mit dem Ohrendruck helfen. Natürlich durfte auch das Tablet nicht fehlen. Unsere Lieblings-Apps sind grad die Elefanten-App und Fiete.
🥪 Essen und Getränke hab ich immer dabei. Mit Kind war das an der Sicherheitskontrolle bisher kein Problem.

Ihr bleibt zu Hause und sucht Tipps für Ausflüge in Hamburg. Die findet ihr hier.
Auf ihrem Instagram-Account @neverforgetthosedays teilt Kirsten Mountakis-Michalski außerdem ihren Alltag unterwegs in Hamburg und drumherum mit Kind.
Ungleiche Bezahlung, Altersarmut, Mental Load und fehlende Kita-Plätze: Viel wird diskutiert über die Rolle von Frauen und Müttern in der Wirtschaft. In unserer neuen Serie „Zwischen Care- und Lohnarbeit“ lassen wir berufstätige Mütter zu Wort kommen. Anhand von sechs Fragen erzählen sie von ihrem Wiedereinstieg in den Job, dem Alltag zwischen Care- und Lohnarbeit und wie sie mit Herausforderungen umgehen.
Ich bin 41 Jahre alt, verheiratet und habe drei Kinder im Alter von 4, 6 und 15 Jahren. Die Älteste geht in die 9. Klasse und die beiden Kleinen gemeinsam in den Kindergarten. Ich bin Sozialwissenschaftlerin und arbeite als wissenschaftliche Mitarbeiterin an einer Hochschule – leider immer mit befristeten Projektstellen und an unterschiedlichen Hochschulen/Unis. Derzeit arbeite ich in Teilzeit und habe eine 50% Stelle (19,5 Std).
Einen richtigen Wiedereinstieg hatte ich erst bei den beiden kleinen Kindern. Damals bei meiner großen Tochter war ich noch im Studium, alleinerziehend und hatte das große Glück, mit einem Stipendium mein Studium (Promotion) finanzieren zu können. Ich hatte also keine Vorgesetzten, sondern „nur“ meine Dissertation. Zeitlich war ich dadurch flexibel. Aber natürlich hatte ich auch permanent den Druck, eigentlich an meiner Doktorarbeit sitzen zu müssen.
Nach dem Stipendium habe ich meine erste Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni bekommen. Ich war mittlerweile in einer Partnerschaft, habe geheiratet und meine zweite Tochter bekommen. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin arbeitet man ja meistens projekt-basiert. So war es auch bei mir und ich wollte das Projekt gern – trotz Baby – zu Ende bringen. Auch mit der Option ein neues Anschlussprojekt beantragen und damit meine weitere Arbeit sichern zu können. Ich habe also bereits drei Monate nach der Geburt wieder in geringem Umfang angefangen zu arbeiten. Mein Mann ist mit der kleinen Tochter mit zur Uni gekommen, oder ich konnte aus dem Homeoffice arbeiten. Dieser frühe Wiedereinstieg hat sich einerseits gelohnt, weil ich so tatsächlich auch in dem Anschlussprojekt weiterbeschäftigt werden konnte. Mir selbst war es aber eigentlich zu viel, auch weil ich schon kurz nach der Geburt wieder die Gedanken hatte, bald wieder arbeiten zu müssen. Als die mittlere Tochter 21 Monate alt war, kam dann unser Sohn zur Welt und für mich war sofort klar, dass ich ein Jahr in Elternzeit gehen werde. Ich war dann also das ganze Jahr mit den beiden Kleinen zu Hause.
Der Wiedereinstieg danach war ja zur Corona-Zeit, ich habe also hauptsächlich im Homeoffice gearbeitet und mein Mann und ich haben uns die Betreuung geteilt.
Ich habe und hatte immer Vorgesetzte mit viel Verständnis für Familien und konnte meine Arbeitszeiten usw. immer sehr flexibel gestalten, die meisten meiner Kolleg*innen hatten/haben zudem ebenfalls Kinder, so dass es auf allen Seiten viel Verständnis gab und gibt.
Ich arbeite jetzt wieder als wissenschaftliche Mitarbeiterin an einer Hochschule. Mein Arbeitsalltag ist vergleichbar mit der ersten Arbeitsstelle. Erstmal das Wichtigste: Ich arbeite nur Teilzeit und auch nur in eher geringem Stellenumfang zwischen 20 und 25 Std/Woche. Es gibt feste Zeiten, an denen ich im Büro bin. Die anderen 1-2 Tage arbeite ich aus dem Homeoffice.
Mein Mann ist selbstständig und ihm ist es wichtig, auch selbst den Alltag mit den Kindern zu haben. Daher haben wir die Regelung, dass er die Kinderbetreuung an zwei Nachmittagen die Woche übernimmt. Ich übernehme die anderen beiden Tage. Darüber hinaus sind wir beide relativ flexibel und können unsere Arbeitszeiten auch mal verschieben, am Abend oder Wochenende vor- oder nacharbeiten.
Ich hole die Kinder in der Regel an zwei Tagen die Woche ab. Einen Tag, an dem ich auch frei habe, bleiben die Kleinen ohnehin zu Hause. Meistens sind wir einfach zu Hause oder im näheren Umfeld. Erledigungen und Haushalt laufen eher so „nebenbei“, ohne dass es dafür eine klare Struktur und Plan gibt. Mal macht mein Mann mehr, mal ich. Das hängt auch davon ab, wer gerade mehr zu tun hat.
An den Tagen, die offiziell meine „Büro-Tage“ sind, bleibt meistens mein Mann mit den Kindern zu Hause. Allerdings stehen auch bei ihm manchmal genau dann wichtige Termine an, so dass wir da auch tauschen, von zu Hause arbeiten, während die Kinder sich hoffentlich einigermaßen beschäftigen können usw. Im Homeoffice zu bleiben ist bei mir meist kein Problem. Auch die Absprachen mit Kolleginnen ist unproblematisch. Vieles können aber die Kolleginnen nicht übernehmen, es bleibt dann einfach liegen und der Berg an Aufgaben wächst. Für mich sind diese Phasen meistens insofern stressig, dass eigentlich schon klar ist, wenn eines der beiden kleinen Kinder krank ist, wird es das nächste auf jeden Fall auch werden. Die Zeit zieht sich also hin.
Wenn ich richtig krank bin, übernimmt mein Mann alles. Als ich alleinerziehend war, kam in solchen Fällen meine Mutter als Unterstützung. Ich bin aber oft nicht so „richtig“ krank, sondern es ziehen sich Erkältungen, Kopfschmerzen usw. einfach hin, so dass ich dann oft trotzdem arbeite und auch für die Kinder da sein kann. Und man darf nicht vergessen, dass ich zwar drei Kinder habe, eines aber schon ein Teenager ist, die auch mal für eine Zeit mit den Kleinen sein kann und das auch gern tut.
Für mich ist die größte Herausforderung, dass ich oft denke zu wenig Zeit für die Arbeit und zu wenig Zeit für die Kinder zu haben. Die kleinen Kinder gehen einfach nicht so gern in den Kindergarten – obwohl dieser toll ist. Wir haben unseren Alltag so eingerichet, dass wir die Kinder früh abholen. Sowohl mein Mann als auch ich haben Zeit und Alltag mit den Kleinen und die Kinder haben in den Ferien einfach Ferien. Es bedarf aber alles immer viel Planung und Absprachen. Ich wünschte mir da oft einfach mehr Puffer und auch mehr gemeinsame Familienzeit. Die haben wir aktuell nämlich nur wenig. Ich muss aber auch einfach sagen, dass ich mit meiner Arbeit immer sehr viel Glück hatte und mir vieles flexibel einteilen konnte und kann.
Wenn du die Möglichkeit hast, nimm ein ganzes Jahr Elternzeit. Das einzige was ich ein wenig bereue ist, dass ich bei meiner zweiten Tochter so früh wieder angefangen habe zu arbeiten. Ich habe erst bei dem nächsten Kind rückblickend bemerkt, wie sehr mich dieses Wissen um den frühen Wiedereinstieg eigentlich schon fast ab der Geburt unter Druck gesetzt hat. Und wenn du krank bist, hab kein schlechtes Gewissen (das gilt natürlich genauso, wenn dein Kind krank ist).
Du hast Lust, an der Interview-Reihe teilzunehmen, schreib mir gern hier eine Nachricht.
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Vegan, zuckerfrei, glutenfrei, frei von den Top-14-Allergenen, schnell gemacht und dann auch noch lecker? Gibt es nicht? Gibt es doch. Dieses Rezept von Ernährungsberaterin und Instagramerin Tamara hat es uns angetan.
Das richtige Rezept für den Snack unterwegs ist manchmal gar nicht so einfach zu finden. Vor allem dann, wenn es mehreren Ernährungsformen entsprechen und dann natürlich auch den Geschmack der Kinder noch treffen muss, gehen einem schnell mal die Ideen aus. Mit diesem Rezept könnt ihr nichts falsch machen und es geht auch noch richtig schnell, bis es fertig ist. Das Beste: Die meisten Zutaten dafür habt ihr vermutlich sogar zu Hause:
2 reife Bananen zerdrücken und vermischen mit:
125 Maisgrieß
40 ml neutralem Öl (zum Beispiel Sonnenblumenöl)
90 ml pflanzliche Milch (zum Beispiel Reismilch)
1 TL Backpulver
1 TL Kokosöl oder vegane Butter (für die eine nicht allergenfreie Variante kann auch belieb Nussmuß verwendet werden)
Zutaten alle zusammen gut vermischen und bei 175 Grad Umluft ca. 15 Minuten backen bis sie goldbraun gebacken sind. Die Muffins lassen sich übrigens hervorragend einfrieren und sind ein Hit für Kindergeburtstage, in denen eine süß schmeckende aber zuckerfreie Leckerei gewünscht ist. Sie können natürlich auch nach Belieben mit Extras gefüllt oder dekoriert werden.
Mehr Inspiration und Tipps rund um (vegane) Ernährung für Erwachsene und Kinder bekommt ihr auf Tamaras Instagram-Account: https://www.instagram.com/elbvegan/
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